Zu guter Letzt hier noch einmal ein Rückblick auf die Firmenpräsentation von SAP, die zwar schon etwas länger her ist, aber trotzdem sehr interessant und aufschlussreich war. Man konnte von Anfang merken, dass SAP eine gewichtige Rolle im ERP Markt spielt, denn der Vortrag begann gleich einmal mit den Eckdaten der Systeme, Anwendungen und Produkte aus Walldorf, die für sich standen. Wir bekamen einiges an Balkendiagrammen und Statistiken zu sehen, wo SAP am Weltmarkt positioniert ist, wieviele Mitarbeiter sie angestellt hat, einen aktuellen Überblick der Marktanteile, und so weiter und so fort – nur um ein paar zu nennen. Aber der Beginn dieser Erfolgsgeschichte startete mit fünf ehemaligen Mitarbeitern von IBM, die sich 1972 zusammenschlossen und in Mannheim ihr erstes Büro eröffneten. Ihre damaligen Visionen und Ziele haben sich inzwischen zu außerordentlich beeindruckenden Zahlen gemaußert:
- weltweit ca. 38.400 Beschäftigte
- erwirtschafteter Umsatz 2005 von 8,512 (8.512.000.000) Mrd. Euro
- mit einem Jahresüberschuss von 1,496 Mrd. Euro
- 100.600 Installationen weltweit
- zur Zeit ca. 36.200 Kunden
- mit 12 Mio. Anwendern in über 120 Ländern
- weltweiter Marktanteil von 21,7 % (im Vergleich Oracle als 2. mit 10%)
Wir kamen nicht drum herum zu erfahren, dass SAP der Marktführer im Bereich integrierter Businesssolutions im Bereich der Großbetriebe, Konzerne, usw. – zusammengefasst der BIG PLAYER – auf der Welt ist. Die Plattform SAP, die auf ABAP (einer von SAP entwickelten Programmiersprache) basiert, bietet eine schier grenzenlose Variationsvielfalt und kann auf alle möglichen Geschäftsprozesse angepasst werden. Der Kern von SAP R/3 basiert aber auf C++ und Assembler. Eine interessante Entwicklung wurde im Jahr 2000 hinzugefügt, nämlich die Erweiterung um die Progammiersprache Java. Denn seit diesem Zeitpunkt kann SAP nicht nur mittels ABAP erweitert und angepasst werden, sondern auch mittels Java, was natürlich eine sehr zukunftsträchtige Entscheidung gewesen sein dürfte.
SAP ist zwar uneingeschränkter Marktführer bei den “Großen” der Welt, möchte aber auch in dem immer lukrativeren Markt der KMUs eintreten und sich dort auch einen Teil des Specks abschneiden. Aus diesem Grund hat sich die Produktlinie von SAP in den letzten Jahren auch sehr stark in Richtung dieses Marktsegments entwickelt und bietet so auch in diesem Segment eine große Konkurrenz für andere Unternehmen. Eines dieser Unternehmen ist unter anderem Microsoft, mit dem wir uns sehr, sehr – wirklich sehr – ausführlich im SAP Vortrag auseinandergesetzt haben. Stein des Anstoßes war eine Äußerung der Microsoft Vertreter (hatten ihre Präsentation kurz vor der von SAP), die behaupteten, dass Microsoft in den nächsten 5 bis 10 Jahren Marktführer im Bereich der KMUs (weltweit) sein wird. Es war zwischendurch äußerst interessant, aber nicht wirklich hilfreich für unsere Aufgabe, den richtigen ERP Anbieter zu finden.
Aufgrund dieser Diskussion lag ein Schwerpunkt der Präsentation auch auf den Produktlinien, die SAP für den Mittelstand zur Verfügung stellt. Diese neuen Produkte basieren vollkommen auf der SAP Netweaver Technologie, die es nun ermöglicht, die früher eher monolithische, auf Modulen basierende R/3 Lösung, den immer komplexeren Umständen in den Unternehmen anzupassen. Die daraus entstandene Produktlinie nennt sich mySAP Business Suite, die alle nötigen Systeme wie ERP, CRM, SCM, SRM (Suppliere Relation Management) und PLM (Product Lifecicle Management) enthält. Und genau hier setzt die Netweaver Technologie an, um diese unterschiedlichen Komponenten miteinander zu vernetzen. Des weiteren gibt es sehr viele verschiedene Branchenlösungen von Kooperationspartnern der SAP, die sich auf die jeweiligen Unternehmensbereiche spezialisiert haben und Brachenspezifische Individuallösungen anbieten. Dies ist laut SAP auch der Trend in der Zukunft, weltweite und breitgefächerte Reseller- und Kooperationspartner zu gewinnen, die speziell angepasste Lösungen entwickeln und natürlich einsetzen und verkaufen. Auch hier gab es verschiedene Verbindungen zum Microsoft Vortrag, in dem sich ebenfalls dieser Weg als der wichtigste überhaupt für die Zukunft der ERP Anbieter im Mittelstand darstellen wird.
Zum Abrunden hier nochmals kurz alle verschiedenen Produktlinien, die SAP anbietet:
Unternehmenslösungen
- mySAP Business Suite
Bestehend aus mySAP ERP, mySAP CRM, mySAP SCM, mySAP SRM und mySAP PLM
- Duet
Kooperation zwischen SAP und Microsoft zur besseren Einbindung von Office Produkten in SAP
- SAP xApps
Zur innovativen Weiterentwicklung von Geschäftsprozessen
Geschäftslösungen
- Governance, Risk and Compliance
Für die strategische Steuerung von rechtlichen Aspekten und Risikomanagement zur Absicherung des Unternehmens. Vor allem auch ein Kontrollinstrument das mit dem Ansatz der Service Orientierten Architekturen umgesetzt ist
- SAP Service and Asset Managment
Für das Management von Serviceleistungen, Ersatzteilen sowie die Instandhaltung und den Betrieb von Anlagen
- Lösungen für den Mittelstand
mySAP All-in-One und SAP Business One stellen hier die Vertreter der SAP im Segment der KMUs dar. Diese gelten als Branchenlösungen und bieten eine Vereinheitlichung unter dem Netweaver Standard von SAP.
Es war im Großen und Ganzen ein wirklich interessanter Vortrag, der zwischendurch vielleicht etwas vom Thema abkam und sich in angeregten Diskussion widerspiegelte, was den Ermüdungserscheinungen natürlich etwas entgegensetzte und somit auch etwas erfrischend wirkte. Zusammenfassend kann man sagen, dass SAP sich sehr bemüht, auch im Mittelstand fußzufassen und so wie es derzeit aussieht auch sehr erfolgreich dabei ist. Die neuesten Bilanzkorrekturen nach unten, die in letzter Zeit für Aufsehen sorgten, werden SAP sicherlich nicht daran hindern, die Goldgrube KMU abzuschöpfen. Mit der bereits in Amerika eingeführten neuesten mySAP Business Suite geht SAP auf jeden Fall einen enormen Schritt in Richtung Marktführerschaft im Mittelstand und wird das auch Mitte des Jahres in Österreich mit der Einführung der neuen mySAP Business Suite machen. Anzumerken sei hier vielleicht noch, dass SAP ja zu 62% seinen Umsatz mit Beratung und Wartung macht. Aus diesem Grund ist der Mittelstand umso interessanter, da er sich von der Anzahl der Unternehmen als sehr attraktiv herausstellt und somit mit Standardlösungen und eher geringerem Aufwand sehr viel Geld gemacht werden kann.
Für uns heißt das, dass die Entscheidung dadurch sicherlich nicht leichter wird, da SAP eine wirkliche Alternative zu den anderen Anbietern ist und für die Zukunft sicherlich die Sicherheit bietet, die wir uns wünschen!