Ende November hatten wir die 4. und 5.Einheit mit Herrn Dr. Litke und somit die Lehrveranstaltung ERP-Systeme beinahe abgeschlossen: Es fehlte nur noch die Klausur, die Freitag (01.Dezember) letzter Woche über die Bühne ging. Spätestens seit diesem Tag besitzen wir das theoretische Grundverständnis von ERP-Systemen, dass wir hier nochmals kurz zusammenfassen möchten.
Begonnen haben wir mit einer Einführung, die einerseits die Begriffe Integration bzw. der spezielle Fall der Integration von Anwendungssystemen und andererseits auch den Begriff ERP in seinen Ausprägungen ERP I bzw. II erklärt hat sowie einem kurzen Abriss der Geschichte von ERP.
Als nächstes haben wir uns die Arbeit von Managern angesehen, die zu 80% aus Kommunikation besteht, sowie die entsprechenden Managementphasen. Wir sind dort zum Schluss gekommen, dass Information und Kommunikation im Management von größer Bedeutung ist und die Reaktionszeiten immer geringer werden. Dies erfordert eine gute Aufbereitung und Präsentation nicht von Einzelposten, sondern von Kombinationen bzw. aggregierte Informationen. Zu diesem Zeitpunkt wussten wir allerdings nicht, dass genau das dann die Überleitung zum EIS bzw. Data Warehouse ist.
Das nächste auf unserem Programm war der historische Ansatz des Management Informationssystem (kurz MIS), welches in den 60er Jahren aufkam, aber aufgrund er hohen Forderungen (zB. Total Systems Approach) noch im selben Jahrzehnt scheiterte. Unsere nächste Station war das große Konstrukt des Führungsinformationssystem (FIS) mit allen seinen Ausprägungen und Stufen:
- Management Reporting System (MRS)
- Das MRS stellt eine Auswertung der TPS dar und sind somit operative, funktiona-orientierte Berichts- und Kontrollsysteme für das operative und mittlere Management.
- Decission Supporting System (DSS)
- DSS unterstützt den Manager wie der Name schon sagt im Planungsprozess bzw. dort im Entscheidungsprozess und dort vor allem in schlecht-strukturierten Situationen.
- Executive Information System (EIS)
- Als EIS können wir nun, dass sehen was wir vorhin für die Arbeit des Managers verlangt haben und zwar aktuelle entscheidungsrelevante interne und externe Informationen (tlw. grafisch veranschaulicht) mit dem Hintergrund der kompakten aggregierten Sicht auf die vom Manager verlangten Daten. War eigentlich nur für das Top-Management und somit für das strategische Vorhaben gedacht, ist mittlerweile allerdings Everybody’s Information System.
- Expertensystem (XPS)
- XSP ist ein Softwaresystem, welches die Fähigkeit der Problemlösung eines menschlichen Experten in spezifischen Fällen annähernd hat und somit dem Management eine softwaremäßige Expertenmeinung zur Verfügung stellt.
sowie den Zusätzen:
- Transactional Processing System (TPS)
- TPS entspricht einer operativen Datenbank
- Office Automation System (OAS)
- OAS unterstützen einerseits die individuelle Aufgabenerfüllung sowie die Zusammenarbeit bzw. Kommunikation mit anderen Mitarbeitern – Stichwort: groupware.
Diese Ansätze sind zwar schön und gut, aber all diese Ansätze benötigen eines: Daten. Darum beschäftige uns als nächstes einerseits die Speicherung und andererseits der Zugriff auf die Daten und erreichten somit das große Thema des Data Warehousing.
Ein Datawarehouse kann als spezielle Datenbank gesehen werden oder genauer gesagt ist es eine themenorientierte, integrierte, beständige, zeitlich variante Sammlung von Daten zur Unterstützung des Management. Das wichtige daran ist, dass die Daten immer einheitlich gespeichert sind und aus einer langen Serie von Unternehmensdaten zu bestimmten Zeitpunkten (snapshot data) bestehen.
Ohne darauf näher einzugehen, haben wir auch folgende Begriffe im Rahmen DWH besprochen und erklärt:
- Online Analytical Processing (OLAP)
- DataMarts
- DataMining
- sowie die 5schichtige FIS-Architektur an
Somit war der theoretische Teil überstanden, der allerdings 4/5 der Zeit in Anspruch genommen hat und wir kamen zu einem kleinen praktischen Beispiel. Das Management eines Zeitschriftenverlags möchte ein Vertriebsinformationssystem etablieren, mit dessen Hilfe er die Absatz- und Umsatzkennzahlen einsehen kann. Weiters ist ein Reportingsystem sowie ein System der Auswertung geplant.
Unsere Aufgabe dabei war die konzeptionelle Realisierung, d.h. ein passendes ER-Modell zu erstellen. Aus den erhaltenen Entitäten generierten wir ein Dimensionsmodell mit entsprechenden Fakten und beschrieben die Attributhierarchien der Dimensionen. Das erhaltene Dimensionsmodell stellten wir im Star-Schema da unt entwickelten entsprechende Tabellen für die Dimensionen und auch für die Fakten.
Dieses abschließende kleine Beispiel ließ vermuten wie groß der Aufwand (Zeit und Ressourcen) ist ein entsprechendes System in der Wirklichkeit zu realisieren und wir erhielten einen kleinen praktischen Einblick in die Materie.
Abschließend ist zu sagen, dass diese Lehrveranstaltung sehr viel (trockenes) Theoriewissen mit sich gebracht hat und daher größtenteils sehr mühsam war. Allerdings ist dieses Backgroundwissen sehr nützlich für den gesamten ERP-Bereich und somit kam (etwas) Licht in diese unüberschaubar-geglaubte Materie.
