Die Anforderungen der Produktion richten sich einmal primär an den generellen Anforderungen aus, auf die hier nicht noch einmal explizit eingegangen wird.
Jedoch möchte hier gesagt werden, dass folgende zwei Anforderungen besonders in die Produktion hineinfließen und darum auch näher behandelt werden:
- funktionaler Abdeckungsbereich
- Branchenkompetenz des Anbieters
1. funktionaler Abdeckungsbereich
Um diesen zu durchleuchten beginnen wir am Anfang einer jeder Produktion, nämlich der Planung. Diese setzt sich zusammen aus der Planung neuer Tischvarianten sowie dem Festlegen der benötigten entsprechende Materialien (siehe Strukturbaum bzw. Stückliste und TVN). Das heißt für unsere ERP-System, dass es einerseits möglich sein muss die generellen Daten (= Aufbau des Produkts) der Planung – darunter fällt eben unter anderem die Stücklisten sowie der Strukturbaum – zu speichern. Andererseits möchten wir natürlich sämtliche spezifische Daten der von uns zusammengestellten Tische speichern. Darunter fallen zB:
- Materialien
- Rohstoffe
- Hilfsmittel sowie -stoffe
- Zukaufteile (Schrauben etc.)
Hierbei schneiden wir auch schon die 1.Schnittstelle an, denn die Festlegung des Komponentenbedarf entsteht in der Planung, wird aber logischerweise vom Einkauf dann bei einem entsprechendem Lieferanten besorgt. Das heißt für uns, dass auch das Abspeichern von Lieferanten (mit sämtlichen Daten und Konditionen, sowie was bei wem eingekauft worden ist) ein Muss darstellt. Außerdem muss hierbei die Kommunikation stimmen, d.h. sollte ein Auftrag beim Vertrieb eingehen, muss dieser die Produktion bzw. auch gleich den Einkauf benachrichtigen, damit in weiterer Folge die gebrauchten Komponenten beschaffen werden sowie die Fertigung veranlasst wird.
Die Planung hinter uns gelassen folgt als nächstes die Arbeitsvorbereitung. Diese spielt dann wie eben erklärt eine wichtige Rolle im Zusammenspiel mit dem Vertrieb, denn hier wird genau berechnet wie viel von was gebraucht wird. Dh für unser ERP-System, dass sämtliche Parameter hier berechnet werden können sowie der Einkaufsabteilung kommuniziert wird. Die zweite wichtige Aufgabe, welche der Arbeitsvorbereitung unterliegt ist das Erstellen der Arbeitspläne. Diese beantwortet die Fragen Wer macht Wann Was -> Somit wird geplant welche Arbeitskraft an welcher Maschine zu welchem Zeitpunkt und über welche Zeitdauer welches Teil bzw. welche Baugruppe produziert.
D.h. wiederum für unser ERP-System, dass es folgendes speichern bzw. abarbeiten muss:
- sämtliche Daten des Personals (angefangen von persönlichen Daten bis hin zu den anwesenden Zeiten, Urlaub etc.)
- sämtliche Daten bzgl unserer Maschinen (Kapazität, Auslastung, frei/nicht frei, Einsatzzeiten)
- das Abbilden der Arbeitspläne, d.h. die Kombination des Personals und der Maschinen
Diese Daten entsprechen den SOLL-Daten, wann etwas zu geschehen hat, aber wie das nun mal in der Privatwirtschaft ist, weicht das IST immer wieder vom SOLL ab. Dieses IST bzw. der aktuelle Stand der Produktion eines Tisches bzw. eines derartigen Auftrags soll natürlich auch von unserem ERP-System dokumentiert werden, damit gegenüber dem Kunden jederzeit Auskunft gegeben werden kann, wie weit sein Auftrag bis jetzt abgearbeitet worden ist.
Für ein Produktions-Controlling wäre es natürlich auch von Vorteil diese SOLL-IST-Unterschiede in eine Art Executive Information System zu integrieren, mit welchem der Führungskraft möglich ist, die (was wir nicht hoffen) wiederkehrenden Fehler bzw. die Stellen wo Fehler in Form von Stehzeiten zu identifizieren und zu evaluieren, warum diese auftreten.
Nach der erfolgreichen Produktion, die natürlich ständig mit dem Einkauf bzgl. Beschaffung von Hilfsstoffe, Werkzeuge etc. in Verbindung steht, erfolgt die Qualitätssicherung. Diese Institution ist dazu da um unsere Produkte nach der Fertigung auf Herz und Nieren zu überprüfen und mehr oder weniger das OK über die Qualität und somit der Verkaufseignung abgeben. Auch dieser Punkt sollte in unserem ERP-System Einzug finden. Außerdem sollten ebenfalls die Fehler bzw. Qualitätsmängel der Ausschusswaren dokumentiert und aufbereitet werden. Diese Informationen können dann wiederum in die Produktion einfließen, damit derartige Mängel in Zukunft so gut wie möglich ausgeschlossen werden.
Mit dem OK der Qualitätssicherung soll auch dem Vertrieb die Fertigstellung des bzw. der Produkt(e) kommuniziert werden, damit dieser den Kunden kontaktieren kann.
Das ERP-System sollte zu den einzelnen Produkten auch eine entsprechende Durchschnittsproduktionszeit aufnehmen können, damit der Vertrieb im Vorhinein schon dem Kunden eine voranschlägige Zeitdauer nennen kann.
Auf die Schnittstellen zum HRM sowie der Buchhaltung bezüglich der Arbeitskräfte und auch der Maschinen wird hier nicht näher darauf eingegangen, da dies als selbstverständlich verstanden wird.
2. Die Branchenkompetenz des Anbieters
Da es sich ja in unserem Fall um ein mittelständiges Produktionsunternehmen handelt, benötigen wir natürlich spezifische Software zugeschneidert eben auf ein derartiges Unternehmen und nicht auf Handel, Government oder ähnliches. Diese Aussage lässt sich durch die bereits oben erwähnten Anforderungen, die ja sehr viele Daten rund um die Produktionsfaktoren (Mensch, Maschine, Materialien) beinhalten, noch einmal unterstreichen, denn diesen Bedarf kann nur durch Branchenkenntnis sowie -erfahrung decken. Tja darum sei dieser Punkt noch einmal extra unterstrichen und für unsere weitere Vorgehensweise in Hinblick auf eine Vorselektion im Hinterkopf behalten werden.
